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           Bergbauverein Silberberg Davos, BSD
   Stiftung Bergbaumuseum Graubünden, Schmelzboden - Davos


Ein Besuch im Bergbaumuseum

 Kleiner Führer durch das Bergbaumuseum

 Erdgeschoss      1. Stock    2. Stock      3. Stock

 Einige Bilder

 Spezielle Hinweise:

   Tonbildschau
   Kabinett Maag

   Calcit Kabinett Hess
   Kristall Kabinett Krähenbühl
 

Konzept
Die Zeugen früheren Bergbaus im Kanton - Dokumente, Bilder, Stollenpläne, Bergbaugegenstände, Erze und eine Tonbildschau - sollen das Ausmass und die Bedeutung des historischen Bergbaus in Graubünden, der ersten Industrie, aufzeigen.
Eingestreut in dieses Ausstellungsgut, wird mit Bildern, bebilderten Schrifttafeln und Modellen Allgemeines zum Thema Bergbau dargeboten: Erze und Erzlagerstätten, Bergbautechnik, Aufbereitungs- und Verhüttungstechnik.

Das Gebäude
Das Museum ist im historischen Verwaltungsgebäude (erbaut anfangs 19..Jh.) der ehemaligen "Davoser Gewerkschaft"  im Schmelzboden "Hoffnungsau" eingerichtet. Es ist eines der wenigen gut erhaltenen Bergwerksgebäude im Kanton. Ursprünglich war das Gebäude etwa doppelt so gross, bis im Jahr 1933 eine Rüfe einen Teil zerstörte.
 

Gang durch das Museum

Erdgeschoss

Landkarte mit Bergbauorten in Graubünden.
Mit verschiedenen Farben werden die Erzarten dargestellt. (Legende rechts).

Modell eines Hammerwerks.
Neben dem Hammerwerkmodell befindet sich ein Modell eines Kohlenmeilers zur Herstellung von Holzkohle. Links neben der Modellvitrine ein echter Pochhammer.
Bild: Hoffnungsau (Schmelzboden ) um 1840. (Abgeholzter Wald im Hintergrund).

Vitrine mit Gesteinen und Mineralien der Landschaft Davos
Sie kommt einem Bedürfnis vieler Besucher entgegen, die auf Wanderungen die Gesteinsvielfalt in der Landschaft Davos erkannt haben und auch Gesteine bestimmen möchten. (Hinweis auf den Gesteinslehrpfadund den Prospekt!)
Über der Gesteinsvitrine Geologische Karten und Profile Panoramabilder von Totalp und Pischagebiet.

Unter der Treppe : Bilder / Profile / Werkzeuge / Erze
- vom Bergwerk am "Schmittener Bleiberg"
- von der Schürfstelle "Surmin" zwischen Filisur und Stuls
- von den alten kleinen Stollen im Tieftobel zwischen Wiesen und Schmitten.

Modellraum gegenüber Garderobe : Modelle zur historischen Bergbautechnik.
Die Modelle wurden von Robert Maag dem Museum geschenkt. (Tafel neben der Türe!)

Das Calcit Kabinett Hess
Im schönsten Raum des Museums konnte im Jahr 2001 eine prunkvolle Calcitsammlung  eingerichtet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dank einer grosszügigen Schenkung unseres Mitgliedes Walter Hess kam dieses einmalige Ausstellungsgut ins Bergbaumuseum Schmelzboden Davos.

Calcit (Kalzit, Kalkspat) ist ein gesteinsbildendes Mineral, Calciumkarbonat (CaCO3)
und weist die größte Vielfalt an Kristallformen aller Minerale auf.
Im Calcit Kabinett Hess gibt es neben schönen Einzelkristallen Aggregate, Beispiele der Parageneseund der Pseudomorphosesowie Phantome zu bewundern.
Kalkstein und Marmor sind die verbreitetsten Gesteine, die vorwiegend oder ganz aus Calcit bestehen. Daneben kommt Calcit auch in Korallenriffen, in Sinterbildungen (Kalktuff) und in Gestalt von Tropfsteinen (Stalagmiten und Stalaktiten) vor.

Das Kristall Kabinett Krähenbühl
Ein Geschenk unseres Ehrepräsidenten, Hans Krähenbühl, zum Erscheinen der  Nummer 100 der Zeitschrift 'Bergknappe' im Mai 2002. Es ist eine Kristallkluft nachgestellt, wie sie Peter Indergand 1946 am Tiefengletscher an der Furka aufgefunden hat. Durch einen glücklichen Umstand konnte fast die ganze Ausbeute dieser Kluft erworben und hier ausgestellt werden. ( Bergkristalle )  
In Vitrinen sind zudem repräsentative Kristallstufen aus den Zentralalpen und Graubünden zu bewundern. Sie zeigen in eindrücklicher Weise die vielfältigen Erscheinungsformen des Quarzes (SiO2)

An der Wand am Treppenfuss: Zusammenfassung zum Bergbau in der Landschaft Davos .
Am Treppenfuss: Lederschurz, Stock und Rechen von Johannes Strub , dem Wiederentdecker des Bergbaus am Silberberg.

1. Stock

An der Wand neben der Treppe: - Übersichtsplan Silberberg
- Flacher Riss (Profil) des Grubenbaus am Silberberg, 1822
- Bild : Rekonstruktion der Aufbereitungsanlagen im Wiesener Schaftäli.
Bilder zur Bergbautechnik aus dem Lehrbuch von Georg Agricola, das 1556, wenige Monate nach seinem Tod erschienen ist. Im Kabinett Sommerlatte im 2. Stock ist ein wertvolles Faksimile dieses Werks zu sehen.
Am Boden unter den Agricola- Bildern: Teuchel (od. Tüchel ) sind mit Teuchelbohrern mühsam ausgehöhlte Baumstämme zur Herstellung von Wasserleitungen. Im hinteren Teil des St. Michael - Stollens liegen noch einige, nie verwendete Teuchel aus der Zeit um 1825.
Viele Besucher fragen nach dem Sinn der dekorativen Holzzäpfchen im renovierten Gebälk (Riegelbautechnik).
Standvitrine : Dokumente zum Bergbau am Silberberg, Davos. Besonders bemerkenswert:
- Lohnbüchlein des Lehnhäuers Wieland Bantli aus dem Jahr 1812, das beim Aufräumen des Dachstocks des Museumsgebäudes gefunden wurde.
- Zinkbarren, der aus Silberbergerz in der Zinkhütte Klosters hergestellt wurde.
Unter den Darstellungen zum Bergbau am Silberberg ist v.a. das Geologische Profil nach H. Eugster zu beachten. Es zeigt den fast senkrechten Einfall der erzführenden Schicht. Daraus folgt die Art des Grubenbaus: Übereinander liegende Stollen, verbunden mit senkrechten Schächten. Abbau des Erzes im sogenannten  "Firstenbau" d.h. von unten nach oben.
Der Name der Übersichtskarte von Bergbauingenieur Schopfer, St. Gallen aus dem Jahr 1835, nämlich "Rhätische Erzgebirge"  weist auf die vielen Erzvorkommen in Graubünden hin. Vergleiche die Karte im Erdgeschoss! Auf dieselbe Tatsache weist das Grubenverzeichnis von Bergrichter Christian Gadmer (rechts vom Fenster) hin.

In den Wandvitrinen: Erze vom Silberberg (Blei- Zink Erz) und dem Val Tisch (Hämatit).
Darüber Bilder der vom FBG 1982 restaurierten Röstöfen der Schmelzanlage Bellaluna an der Kantonsstrasse zwischen Filisur und Bergün. Hier wurde das Erz aus dem Val Tisch verhüttet. Das ausgestellte Erz stammt aus einem Depot bei der Schmelze. Dieses Erz wurde dorthin gebracht und nicht mehr verarbeitet.
Erze vom TälIihorn (Sertig) und Casanna (beim Gotschnagrat, Klosters). Darüber Bilder und Profile.
Über den Vitrinen (ganz hinten) Bild eines Muffelofens (DestilIationsofen) zur Zinkgewinnung, wie er in der Zinkhütte Klosters in Betrieb war. Um das bei über 900 °C freiwerdende, gasförmige Zink aufzufangen, musste es in einem solchen Ofen kondensiert werden ( Zinkblende )

2. Stock

Darstellung weiterer wichtiger Bergbaugebiete in Graubündens
- Ferreratal ( lateinisch "ferrum" = Eisen)
- Oberhalbstein mit Parsettens, Falotta, Cotschens, Gru(o)ba
Auf Parsettens und Falotta kommen seltene Manganmineralien vor, die z.Teil nach Orten im Oberhalbstein benannt sind: Tinzenit, Parsettensit, Sursassit, usw.
Dazu Bilder vom schönen von den FBG restaurierten Schmelzofen von Flecs bei Salouf
- Schams mit AIp Taspin, Alp Ursera (auch  "Nursera") Unterengadin mit S-charl, Buffalora (Ofenpass)
- Bündner Oberland mit Val Schmuer, Obersaxen, Puntaiglas, AIp Nadèls
- Goldgrube Calanda
- Gebiet Arosa- Lenzerheide ( Rote Hörner )
- Bernina- Puschlav mit Val Minor

Unmittelbar nach der Treppe: Vitrine mit Bergbau - Werkzeugen aus verschiedenen Jahrhunderten.
In einer weiteren Vitrine: Vom Kienspan zur Kopfleuchte wird die Entwicklung eines unentbehrlichen Hilfsmittels des Bergmanns, des "Geleuchts" d.h. der Grubenlampe, dargestellt.

In Fensternische: Modell zur Lavezstein- Bearbeitung mit Gefässen und Erklärung.

Der Probierofen aus S-charl wurde 1828 angeschafft, aber nie eingesetzt: Er sieht, abgesehen von etwas Rost, wie neu aus. Die Chemikalienflaschen mit Inhalt würden so, wie sie hier stehen, in S-charl gefunden. Ihre Herkunft konnte aus Etikettenresten eruiert werden.

Das "Kabinett Sommerlatte" enthält wertvolle Geschenke des deutschen Bergbauingenieurs Herbert W. A. Sommerlatte, verstorbenes Mitglied und Förderer unseres Vereins.: Erze aus aller Welt, Faksimile des BergbauIehrbuchs von Agricola, eine Berghauptmanns- Barte (Zierwaffe der Bergleute).
Daneben eine Vitrine mit Erzen aus der übrigen Schweiz und eine Vitrine zum Thema Silex "Feuerstein" , dem Werkstoff der Steinzeit.
In der rechten hinteren Ecke des Raums wird auf bebilderten Tafeln die historische Entwicklung der Eisenverhüttung dargestellt
Von der Wand herunter schaut eine wunderschöne, von einem unbekannten Künstler um 1500 hergestellte Holzplastik (Kopie, Original im Kunstmuseum Budapest) der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute.

3. Stock

Vorführungsraum für die Tonbildschau.
In wenigen Minuten erhalten Sie einen Überblick über die historischen Bergbauorte im Kanton Graubünden.

Auf zwei Tafeln: Erzlagerstätten und Erzarten. Dazu in Vitrine: Erzstücke.
Auch eine Art Bergbau, eine sehr alte, ist das Suchen nach schönen Mineralien, das "Strahlen"
(Vitrine mit schönen Mineralstufen).

UV (= Ultraviolett) - Kabinett
Hier wird die erstaunliche Erscheinung der UV - Fluoreszenz gezeigt. UV - Strahlung ist für unser Auge unsichtbar. Dass diese Strahlung energiereicher ist als sichtbares Licht, zeigt sich nicht zuletzt am durch diese verursachten Sonnenbrand.
Es gibt nun Materie, z.B. bestimmte Mineralien, die das eingestrahlte UV umwandeln in ausgestrahltes, energieärmeres, sichtbares Licht. Dies ist sehr effektvoll, indem es aussieht, als ob das Material von selbst leuchten würde.
Man kann die UV - Fluoreszenz zur Prospektion, d.h. zum Aufspüren eines im gewöhnlichen Licht unscheinbaren Erzminerals einsetzen, wenn dieses eine typische Fluoreszenz aufweist. Ein Beispiel dafür ist das Wolframmineral "Scheelit". Wolfram ist das Metall mit dem höchsten Schmelzpunkt, 3410 °C. Es wird v.a. für Glühdrähte in Glühbirnen verwendet.
Der Begriff "Fluoreszenz" hat eine interessante Geschichte, die auch mit dem Bergbau zusammenhängt. Schon früh haben Bergleute gemerkt, dass Erze besser, d.h. bei tieferen Temperaturen schmelzen, "zum Fliessen kommen" wenn ein bestimmtes Mineral beigemischt ist. Dieses haben sie "Flussspat " genannt, lateinisch "Fluorit "(fluere = fliessen). Der Fluorit zeigt eine kräftige, violette UV-Fluoreszenz. So wurde dieses Phänomen nach dem Fluorit eben "Fluoreszenz" genannt. Mit "Fliessen" hat dies natürlich nichts mehr zu tun. Das chemische Element Fluor wurde im Fluorit entdeckt und danach benannt. Im UV- Kabinett stellen die Besucher auch die Fluoreszenz der Wäsche fest Diese beruht darauf, dass den Waschmitteln sogenannte optische Aufheller beigemischt werden, d.h. Stoffe, die weiss fluoreszieren. So leuchtet die Wäsche im Sonnenlicht stärker. (Mit Sauberkeit hat dies natürlich nichts zu tun)!
 

   OH    ( WG )                                    10.04.2011                                              BACK       HOME