Fläche: 254 km2 d.h. ungefähr ein auf einer Ecke stehendes Quadrat mit 17 km Seitenlänge. Bis 1850 gehörte Arosa als 6. Fraktionsgemeinde noch zu Davos, auf den 1.1.2009 wird Wiesen neu eine Fraktion von Davos; somit wird Davos mit 284 km2 die grösste Gemeinde der Schweiz. (Stadtgemeinde Zürich 88 km2 ).
Grenze: Die Länge. der Gemeindegrenze beträgt ca. 75 km
Bodengestalt:
Asymmetrische
Gliederung in ein nahe der NW- Grenze liegendes Längstal
(Landwassertal),
3 grosse Nebentäler (Flüela-, Dischma-, Sertigtal) und das
Plateau
von Monstein.
Das Landwassertal ist ein Hoch- und meist relativ
flaches Trogtal in NE-SW- Richtung auf rund 1500 m ü.M.
mit sehr schwachem Gefälle von 8 °/00 in
der oberen Hälfte (bis Spinabad) und stärkerem 27 °/00
in der unteren Hälfte. Es erstreckt sich von Davos Laret über
den Wolfgangpass bis Brombenz (Mitte Zügenschlucht) über ca.
20 km (4 h Marschzeit).
Höchster Punkt.: Flüela- Schwarzhorn 3146
m ü.M.
Tiefster Punkt.: Brombenz unterhalb Schmelzboden
1'260 m ü.M.
BACK
Talgeschichte:
Gut erkennbarer ehemaliger (Gletscher-) Talboden. Diesem entsprechen
die
jetzigen Terrassen auf rund 1850 m ü.M. - von Stafel-, Schatz-,
Büsch-
und Schwarzsee-Alp auf der einen Talseite und Wald-, Clavadeler-, Isch-
Alp und Inschlag auf der andern. Sie weisen ein Gefälle Richtung
Prättigau
auf. Die 3 grossen Seitentäler zeigen ebenfalls Richtung
Prättigau.
Die Entwässerung des ganzen Gebietes erfolgte vorerst
nach
N übers Schlappinerjoch nach Vorarlberg, später mit der
Landquart
durchs Prättigau. Erst in geologisch junger Zeit hat eine
Talumkehr
stattgefunden: In der Nacheiszeit (vor rund 20'000 J.) riesiger
Bergsturz
aus dem Totalpgebiet (Parsenngebiet), Aufschüttung des Gebietes
Drusatscha-
Wolfgang, Bildung eines ehemaligen Grossdavosersees von Wolfgang
bis
Monstein, Bildung von Deltas der Seitenbäche: Talboden von
Dorf
und Platz, Wildboden, Junkerboden, Lengmatta, Hitzenboden, Spina und
Monstein,
später Abfluss durch Zügenschlucht ins Albulatal. Auf
dem Grunde des rund 50 m tiefen Davosersees sei die ehemalige
,,Schlucht"
ins Prättigau noch erkennbar, Fortsetzung auf der andern
Bergsturzseite
in Klosters- Selfranga. (Davosersee heute zur
Elektrizitätsgewinnung
im Winter unterirdisch nach Klosters/Küblis abgeleitet und
abgesenkt
(Auffüllung bis 10. Juni vorgeschrieben).
BACK
Klima: Relativ
windgeschützte
Lage auf rund 1500 m ü. M., aussergewöhnliche Talrichtung in
den Alpen mit langer Sonnenscheindauer, trockene Luft, geringe
Luftverschmutzung,
grosse Luftdurchsichtigkeit, UV Einstrahlung, bewirken ein spezielles
Höhen-
und Reizklima: günstige Auswirkung auf Wohlbefinden des Menschen,
100- jährige Heilerfolge bei Tuberkulose (1860-1960), Linderung
bei
gewissen Allergien, besonders bei Asthma und Hautallergien.
Interessant die sog. Temperaturinversion im Winter
zwischen Talboden und Hängen: Oben wärmer als unten!
Temp.
Jahresmittel ca. 3 ° C. Niederschläge: Mittel in Davos Platz
ca.
1000 mm/J., davon 40 % als Schnee. Juli ist niederschlagreichster
Monat.
Schnee liegt im Durchschnitt während ca. 160 Tagen. (16.11. bis
26.4.).
In Davos kann es jeden Monat schneien oder auch regnen!
Bodenbenutzung:
Produktives Land (Wiesen / Weiden): ca. 55 %, Wald ca. 15 %,
unproduktiv
/ unkultiviert ca. 30 %. Der gesamte Waldbestand gilt als Schutzwald.
Davon sind 48% Wald mit besonderer Schutzfunktion (BSF). Im Gegensatz
zu den meisten Bündnergemeinden überwiegt der
Privatwaldbesitz (ca. 80 %), Ausnahme Monstein: Wald im Besitz der
Fraktionsgemeinde. Waldgrenze zwischen 1900 und 2000 m ü. M..
Baumarten:
Rottanne (Fichte) ca. 80 %, Lärche ca. 10 %, Bergföhre
(Bergkiefer)
und Arve (Zirbelkiefer) ca. 10 %. Keine Weisstanne, Buche, Eiche, Ulme,
jedoch Birke, Schwed. Pappel, Vogelbeere, Erle, Traubenkirsche.
Landwirtschaft: Streusiedlungen inmitten ihres
eigenen
Landbesitzes, heute noch knapp 100 Bauernbetriebe: Milchwirtschaft und
Viehzucht (Kontrollmolkerei Davos im Besitz der Bauern). Bis nach 2.
Weltkrieg
Ackerbau, namentlich auf warme Hänge der ,,Sunnisite"
beschränkt (Ränder
heute noch erkennbar): Gerste, Roggen, Bohnen und Kartoffeln. Davos
liegt bereits
über der Grenze des gesicherten Ackerbaues.
Verkehr:
Während
Jahrhunderten Saumverkehr über Strelapass, Flüelapass und
Scalettapass
im Sommer und Winter!. Wirtschaftliche und politische Interessen nach
Süden
(Tirol, Etsch- Südtirol, Veltlin, Chiavenna) ausgerichtet.
Um 1800 einspänniger Wagenverkehr auf dem
,,alten
Zügenweg" in der gefährdeten Altein- Südflanke über
Wiesen, Lenzerheide nach Chur möglich, nicht durchs
Prättigau!
Erst 1856 Bau der Prättigauerstrasse, 1868 Ausbau der
Flüelastrasse,
1873 Bau der Zügenstrasse entlang des Laudwassers (heute
Wanderweg).
1890 Eröffnung der RhB- Strecke Landquart-
Davos, 1909 Davos- Filisur mit Anschluss an die Albulalinie Chur-
Engadin.
(Entwicklung von DAVOS
von der
Walsersiedlung zum Kurort, Sommer- und Wintersportort, Schul- und
Bildungsort,
Wissenschaftszentrum, Kongressort und zur höchstge1egenen Stadt
Europas
in einem speziellen Kapitel in
Dr. Kaspar Jörger, ,,Davos -
kurz und bündig")
28.11.2007 BF / wg