Eduard Escher
Seit Beginn des 17. Jahrhunderts ist folgendes
über den Bergbau am Silberberg bekannt:
1605 bildete sich eine Gewerkschaft unter Vikar Johann
von
Salis, Peter Wägerich, Münzmeister in Chur, und Hans Empl zur
Ausbeutung
der Erzlagerstätten in Bünden; sie zerfiel jedoch bald
infolge
des Todes des Zweitgenannten. Eine neue Gesellschaft, bestehend aus v
Salis,
den beiden Plursern Nicolo und Octavio Vertemate - Franchi und Agostino
Losio,
die am 24. Juni 1607 in Plurs gegründet wurde, bebaute u. a.
Silberberg
und Bleiberg. Im Mai, Juni und November 1618 kam laut Rechnungen usw.
von
Vikar v. Salis Erz vom Silberberg nach Filisur, wo sich die
Schmelze
befand, ein Beweis, daß die Gesellschaft den Silberberg
bearbeitete.
Durch den Tod der Vertemate - Franchi beim Bergsturz von Plurs, 1618,
zerfiel die Gewerkschaft
und von 1619 an wurde in Filisur nicht mehr gearbeitet (KB. Chur: B
1893,
B 1896). 1665 unternahmen Fluri Fries von Chur, 1693 Dr. Philipp
Heidegger
von Zürich, derselbe der im Schams Erzverträge
abschloß,
Versuche, die Bergwerke von Filisur zu betreiben, jedoch ohne Erfolg.
SCHEUCHZER erwähnt 1706 ( S.367): ,,Auf Davos ist
vor
alter Zeit eine mächtige Arbeit geschehen und der Berg 400 Klafter
tief
ausgehauen, dergleichen sich in Bünden nirgends zeigt." Zu dieser
Zeit
hat demnach der Bergbau am Silberberg (die Bemerkung SCHEUCHZERS
über die Ausdehnung zeigt, daß es sich um keinen andern
Bergbau handeln kann)
der Vergangenheit angehört. Im 18. Jahrhundert ruhte der Betrieb
im
Silberberg.
Literatur:
Brügger Chr.: Der Bergbau in den X
Gerichten. Jahresber. d. Naturf. Ges. Graubündens, N. F. XI.
Jahrg., 1864/1865.
Escher Ed.: Erzlagerstätten und Bergbau im
Schams,
in Mittelbünden und im Engadin. Beitr. Geol. Schweiz, Geotechn.
Serie
18. Lieferung, 1935
Scheuchzer .J. J.: Naturgeschichte des Schweizerlandes.
Zürich
1706.
22.05.04